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Freitag, 27. Dezember 2013

Ficken sag ich selten - Olaf Blumberg

224 Seiten
Biografie
Ullstein Verlag
Erschienen am 11. Oktober 2013
ISBN 9783550080128

Klappentext:

Olaf Blumberg flucht, bellt, zuckt heftig und unwillkürlich, und das meistens in den unpassendsten Situationen – in der Bahn, in der Uni, in der Kirche, bei der neuen Freundin. Olaf hat Tourette. Hier erzählt er, wie er gelernt hat, diesen Dämon zu akzeptieren. Ein tragikomisches, anrührendes Buch über ein Leben mit einer unberechenbaren Krankheit.

„Tourette ist ein Clown, ein Kind, ein Freund, ein Diktator und ein fluchender Philosph.“

Mein Umriss:

Olaf Blumberg wurde 1984 geboren und schon als Kind zeigten sich die Anfänge seiner lebenslangen Krankheit. In dieser Zeit wurden seine Tics, wie das ruckartige Bewegen des Kopfes und das Bellen, wie er es nennt, nicht als Krankheit, sondern eher als schlechte Angewohnheit gesehen. Diese „Angewohnheit“ brachte ihm einigen Tadel, wie auch Frotzeleien durch Gleichaltrige ein.
Er selbst erkannte die Tics auch nicht als solche, sondern wunderte sich nur immer wieder über die seltsamen Reaktionen seiner Mitmenschen in gewissen Situationen.
Mit zunehmendem Alter verstärkten sich seine Tics. Im Studentenalter tickte er laut und unflätig. Die Ausdrücke zielten meist unter die Gürtellinie seiner Mitmenschen oder gipfelten im verbalen Hitlergruß. Irgendwann sah er ein, dass er sich untersuchen lassen mußte und ein Ärztemarathon begann für ihn. Da viele Ärzte jedoch noch nie etwas mit dem Tourette-Syndrom zu tun hatten, konnten sie auch nicht qualifiziert helfen. Es wurde versucht, den jungen Mann mit Medikamenten ruhig zu stellen, was die Tics teilweise verstärkte oder ihn so dämpfte, dass er fast nicht mehr in der Lage war, am normalen Leben teilzunehmen. Eine betroffene junge Frau die er kennenlernte gab ihm den Rat, sich selbst in die Psychiatrie einzuweisen. Wobei die erst Klinik für ihn ein Flop war. Erst in der zweiten Klinik fühlte er sich gut aufgehoben und auch ernst genommen. Dort wurde ihm empfohlen, sich um ein Studium zu kümmern, das er besser mit seiner Krankheit in Einklang bringen kann. Somit wechselte vom Lehramtsstudium im Bereich Germanistik in den sozialen Bereich, in dem er seine Berufung fand.
Irgendwann war ihm klar, er muss den Rest seines Lebens mit Tourette klar kommen. Er hat keine andere Wahl….

Mein Eindruck:

Olaf Blumberg erzählt seinen langen Weg von der Erkenntnis, dass irgendetwas mit ihm nicht stimmen kann, bis zur Diagnose Tourette, die ihm erstmal den Boden unter den Füssen wegzog. Seinen Leidensweg mit diversen Medikamenten läßt er ebenso wenig aus, wie das Gefühl aus einem normalen Leben von seinen Mitmenschen ausgeschlossen zu sein. Er schreibt offen und unverblümt über seine Tics und die Reaktionen seiner Mitmenschen, die unterschiedlicher nicht sein können. Seine Offenheit über die Krankheit zu schreiben, ohne mit ihr zu kokettieren macht ihn unwahrscheinlich sympathisch, auch wenn man als Leser sicherlich nicht sagen kann, wie man auf ihn reagieren würde, stünde er plötzlich vor einem und ticct.
Dass diese Krankheit eine Behinderung darstellt, erwähnt Blumberg eher am Rande.
Olaf Blumberg brachte zu Papier, was viele Betroffene wahrscheinlich totschweigen und dafür verdient er vollsten Respekt.

Mein Fazit:

Ein junger Mann von seiner Krankheit scheinbar ins Abseits gedrängt, schafft den Weg ins Leben.

Montag, 16. Dezember 2013

Dreikönigsmord - Bea Rauenthal

352 Seiten
List Taschenbuch
Erschienen am 2. Dezember 2013
ISBN 978-3548611808

Klappentext:

Zwei Kommissare von heute und eine Leiche aus dem Mittelalter – das wird der aufregendste Fall ihrer Karriere! Jo Weber und Lutz Jäger ermitteln quer durch Raum und Zeit.

Eine skelettierte, fünfhundert Jahre alte Leiche? Das ist ja wohl verjährt, denken Hauptkommissarin Jo Weber und ihr streitlustiger Kollege Lutz Jäger. Bis sie sich plötzlich im Mittelalter wiederfinden, als Kaufmannswitwe und Kneipenwirt. Um zurück in die Gegenwart zu können, müssen sie den Mordfall lösen! Ohne moderne Spurensicherung und Genanalyse scheint ihnen das zunächst unmöglich. Schnell ist ihr größtes Problem allerdings nicht mehr der Mörder, sondern die Inquisition: Jo und Lutz müssen aufpassen, dass sie nicht bald auf dem Scheiterhaufen brennen. Werden sie es schaffen – zurück in die Zukunft?

Mein Umriss:

Ein Leichenfund auf dem Gelände eines alten Klosters. Jo Weber und Lutz Jäger werden an den Fundort gerufen und stellen bei der Erstbeschau fest, dass das Skelett dort seit ca. 500 Jahren in der Erde lag und ziehen unverrichteter Dinge wieder ab. Dieser Fall ist nicht ihr Fall. Oder?
Auf der Rückfahrt haben sie einen Verkehrsunfall und kommen im Mittelalter wieder zu sich. Dort liegt ebendieses Mordopfer, das in der Gegenwart gefunden wurde, aufgebahrt im Kloster mit aufgeschlitzter Kehle. Beide wundern sie sich, wie sie in dieser Zeit landen konnten, zumal sie sich sehr gut an den Verkehrsunfall erinnern können. Nichts desto trotz erklärt ihnen die Oberin des Klosters, dass sie den Mordfall an dem jungen Mann aufklären und seinen Mörder stellen müssen, um wieder in ihre Zeit zurück zu können.
Sie sprechen anders als die Menschen im Mittelalter, was sie als seltsam erscheinen läßt. Dies jedoch können sie recht schnell überspielen und sie passen sich den damaligen Begebenheiten schnell an. Aber wie sollen sie diesen Mord so ganz ohne die technischen Hilfsmittel des einundzwanzigsten Jahrhunderts lösen?
Schon bald gibt es weitere Mordopfer und sie fühlen sich schon fast überfordert, hätten sie nicht die weise Oberin des Klosters an ihrer Seite, mit deren Hilfe einiges einfacher ist….

Mein Eindruck:

Das Thema Zeitreise an sich ist ein sehr faszinierendes Thema. Es in einen Kriminalfall einzubinden ist nicht ganz neu, aber doch äußerst interessant. In diesem Fall jedoch nicht so faszinierend wie ich mir erhofft hatte.
Sehr langatmig und teilweise langweilig zieht sich die Handlung dahin. Die Autorin übersah leider auch vieles, das für die heutige Zeit selbstverständlich erscheint und baut das ins Mittelalter mit ein, wo es einfach nicht paßt. Was super dargestellt ist, ist die Fahrt mit dem Heissluftballon, dessen Erfindung ja um einiges später erfolgte. Ob diese jedoch in dieser Form und Ausführung machbar wäre, entzieht sich auch meiner Kenntnis.
Wer sich durchquält und das Ende liest hat gewonnen. Und zwar die Erkenntnis, dass die Autorin über sehr viel Fantasie verfügt, dies alles in dieser Form aber schlicht unmöglich ist. Daher war das für mich die Krönung eines Romanes in negativem Sinne, den es so nicht geben dürfte.
Teilweise nicht schlecht im Mittelalter recherchiert, eine verkrampfte Handlung und ein Ende, das in anderer Form glaubwürdiger und nachvollziehbarer gewesen wäre.

Mein Fazit:

Ein Buch einer Reihe, das nicht Langeweile bekämpft, sondern diese hervorruft.

Sonntag, 15. Dezember 2013

Dampfnudelblues - Der Film



Klappentext des Buches:

In Niederkaltenkirchen geht wieder das Verbrechen um und Dorfpolizist Franz Eberhofer hat privat wie beruflich alle Hände voll zu tun.
›Stirb, du Sau!‹, prangt es in roter Farbe von Höpfls Haus. Der Dienststellenleiter von der PI Landshut ruft an: Realschulrektor Höpfl ist nicht zum Unterricht erschienen. Ich soll da jetzt mal hinfahren und nachsehen. ›Stirb, du Sau!‹, schießt es mir durch den Kopf. Und ich ahne nix Gutes.

Mein Umriss zum Buch:

Niederkaltenkirchen bei Landshut. Eine beschauliche Gegend, aber auch davor macht das Verbrechen nicht halt.
Als auf die Hauswand des Schulrektors Höpfl eines Tages "Stirb Du Sau" geschrieben steht, nimmt das Geschehen seinen Lauf. Erst verschwindet der unbeliebte Höpfl, taucht aber bald wieder auf. Doch dann wird er gefunden. Überfahren von einer Bahn und die Aussage des Zugführers läßt Franz Eberhofer, den Dorfpolizisten darauf schließen, dass es kein Selbstmord gewesen sein kann und beginnt mit den Ermittlungen, die ihn voll und ganz in Anspruch nehmen.
Susi sein Gspusi, mit der er mehr oder weniger, eher weniger zusammen ist läßt ihn unter Getöse in seinem zur Wohnung umgebauten Saustall zurück, nachdem er sie in seiner umwerfenden Art auf ihre "Dellen" an den Oberschenkeln aufmerksam machte. Diese Trennung macht ihm zu schaffen, was er aber niemals offen zugeben würde. Nachdem er dann sieben mal hintereinander zu jeweils 19,90 Euro sein Auto durch die Waschstraße fuhr, denkt er über sie hinweg zu sein, was er aber nur denkt.
Seine Oma, die mit seinem Vater unter einem Dach lebt, liebt er über alles. Besonders wegen ihrer Kochkünste. Er fühlt sich dafür zuständig, regelmäßig für die alte Dame die Sonderangebote der Geschäfte und Supermärkte zu durchforsten. Sonderangebote liebt seine Oma über alles und wo es was günstig gibt, muss sie einfach hin. Sein Vater hingegen liebt seinen Marihuanaanbau hinter dem Schuppen, gegen den Franz eigentlich vorgehen müßte.
Dann ist da noch sein Bruder, die Schleimsau Leopold, der mit einer Thailänderin die Tochter Uschi, von Opa und Franz Sushi genannt, hat und Panida die Mutter sobald er geschieden ist, heiraten will.

Mein Eindruck:

Natürlich musste ich mir die Verfilmung dieses Buches ansehen. Sowas läßt sich ein Eberhofer-Fan schließlich nicht entgehen.
Den Schriftzug auf Höpfls Haus hab ich mir beim Lesen genau so vorgestellt, wie er auch gezeigt wurde, ebenso dessen Verschwinden und Wiederauftauchen und sein Tod auf den Schienen. Das wars aber auch schon im Großen und Ganzen mit den Übereinstimmungen mit dem Buch.
Dargestellt wird Eberhofer wie ein Polizist aus den Siebzigern, der eine alte längst bei der Polizei ausgemusterte Karre als Streifenwagen fährt. Auch die Oma wird von einer viel zu jungen Frau dargestellt, sodass sie wenig glaubhaft erscheint. Die Liebe zu seiner Oma, die im Buch so schön dargestellt ist, kommt im Film nicht in dieser Form zur Geltung. Sein Bruder Leopold erscheint etwas glaubwürdiger, obwohl er im Buch schrulliger beschrieben wird. Es fehlte Ludwig sein Hund, der im Buch Eberhofers wichtiger Begleiter ist, wenn er wieder mal so richtig in Fahrt ist. Mit ihm die abendlichen, natürlich gestoppten Runden dreht und mit ihm so dann und wann beim Simmerl einkehrt. Dass Eberhofer im ehemaligen Saustall wohnt war mir aufgrund des Buches bekannt, wird im Film aber mit keiner Silbe erwähnt. Sodass es den Anschein hat, er würde in einer Bruchbude hausen, was ja nicht so ist.
Stattdessen wird der Marihuanaanbau des Vaters zu sehr in den Vordergrund geschoben. Der wird im Buch zwar erwähnt, aber ansonsten kein Aufhebens drum gemacht. Die Susi, seine Freundin ist gut dargestellt, allerdings gäbe es bestimmt Schauspielerinnen die besser dafür geeignet wären.

Mein Fazit:

Als Buch einfach klasse, aber als Film? - Andere Besetzung, besseres Drehbuch, mehr Liebe zum Detail und es hätte eine richtig gute Verfilmung werden können. So konnte man sich den Film zwar ansehen, aber ein zweitesmal muss nicht sein.

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Drowning - Rachel Ward

304 Seiten
Carlsen Verlag
Erschienen am 22. November 2013
ISBN 978-3551520524

Klappentext:

Einen Meter neben mir sehe ich ein Gesicht.
Die Haare kleben in glänzenden Strähnen an der Stirn. Schmale Lippen, leicht geöffnet, ein Wasserrinnsal läuft heraus. Bleiche Haut, von Schlamm überzogen. Augen geschlossen.

Wasser ist der Ursprung allen Lebens, sagt man.
Für Carl ist es nur eins: tödlich!

Mein Umriss:

Carl schlägt die Augen auf und sieht seinen Bruder Rob.
Robs Gesicht ist schlammverschmiert, seine Haut bleich und seine Augen sind geschlossen. Aber warum liegt er in einem Sack? Warum wird der Reissverschluss bis über sein Gesicht hochgezogen? Wer ist das Mädchen, das daneben sitzt und schreit?
Carl wird von seiner Mutter abgeholt. Warum war er im Krankenhaus und warum weint seine Mutter?
Auf der Taxifahrt nach hause erinnert sich Carl bruchstückhaft daran, dass er mit seinem Bruder schwimmen war, aber alle anderen Erinnerungen sind wie aus seinem Gedächtnis radiert. Immer wieder denkt er daran, wie der Reissverschluss über Robs Gesicht geschlossen wird. Ihm dämmert, dass Rob tot sein muss. Denn warum sollte seine Mutter sonst weinen?
Zu hause angekommen kommt ihm vieles fremd vor. Sogar das Zimmer, das er sich mit seinem Bruder teilte und auch die in die Tür geschlagenen faustgroßen Löcher.
Als er einen Wasserhahn tropfen hört, geht er ins Bad und versucht ihn zuzudrehen. Es gelingt ihm nicht und auf grauenvolle Weise erscheint ihm sein Bruder und verlangt unmögliches von ihm.
Warum?
Langsam beginnt sich sein Gedächtnis zu regenerieren und ihn an immer mehr Begebenheiten zu erinnern. Für ihn sind diese Erinnerungen wenig glaubhaft, aber Rob spricht mit ihm und damit kommt er den Geschehnissen immer mehr auf den Grund. Und je mehr er erfährt und sich dagegen wehrt, umso mehr bringt er sich und das Mädchen in Gefahr.

Mein Eindruck:

Nach einem etwas verwirrenden Einstieg ist man als Leser schnell von der Handlung gefesselt. Die Art und Weise wie Rachel Ward die Geschehnisse verpackt, kann dieses Buch locker in der oberen Riege der großen Psychothriller eingereiht werden.
Sie steigert die Spannung kontinuierlich bis zum großen Showdown, mit dem man in der Art nicht rechnet. Einzig die letzten 5-6 Seiten hätten so nicht sein müssen, denn die passen irgendwie nicht so perfekt dazu. Klar, ein Schlusspunkt mußte gesetzt werden, aber der von Ward gewählte ist einfach zu klischeebehaftet.
Die Personen um die sich die Handlung dreht, können realistischer nicht dargestellt werden. Da wäre die alkoholabhängige Mutter, die ihre Söhne, den Haushalt und ihr Leben vernachlässigt und nicht mitbekommt, wie unterschiedlich und in gewisser Weise verfeindet ihre Söhne sind. Das Mädchen Neisha die von Rob, ihrem Freund, unterdrückt und teilweise gequält wird, sich aber trotzdem nicht von ihm lösen kann und der kleine Bruder Carl, der mehr Angst statt Bruderliebe zu Rob empfindet, welcher das für seine Zwecke bis über alle Grenzen ausnutzt.
Als Jugendbuch herausgebracht, muss sich dieses Buch wirklich nicht als solches bezeichnen lassen, da es auch für Erwachsene eine fesselnde Lektüre ist.

Fazit:

Spannung die einen atemlos macht. Zu 100% empfehlenswert.

Donnerstag, 28. November 2013

Frostblüte - Zoe Marriott

464 Seiten
Carlsen
Erschienen am 2. Oktober 2013
ISBN 978-3551312709

Klappentext:

Frost lässt keinen an sich heran – aus gutem Grund: Sie trägt einen Wolfsdämon in sich, der immer dann hervorbricht und sie wahllos töten lässt, wenn sie verletzt oder von Gefühlen überwältigt wird. Als sie sich notgedrungen einer Schar Krieger anschließt, die das Königreich vor Aufständischen schützen, weckt sie schnell das Interesse von Luca, dem Anführer, und das Misstrauen von Arian, seinem besten Freund. Beide Männer spüren, dass sie etwas verbirgt. Und Frost ahnt bald, dass einer von ihnen das Feuer ihrer Gefühle entfachen wird. Doch zu welchem Preis?

Mein Umriss:

Frost, die eigentlich den Namen Saram Aeskaar von ihrer Mutter erhielt, ist immerzu auf der Flucht. Sie trägt einen Wolf in sich und kann ihn nicht bezähmen. Immer wenn sie in einem Streit oder Kampf verletzt wird, bricht der Wolf hervor und richtet Schreckliches an. Somit muss ihre Mutter immer wieder mit ihr fliehen.
Bis sich Frost nach dem Tod der Mutter eigenständig auf den Weg macht und auf die Bergwächter trifft. Einer von ihnen, Luca bemerkt, dass besonderes in Frost steckt.
Sie ist die geborene Kämpferin und würde perfekt in seine Bergwächterarmee passen. Auch Frost fühlt sich wohl und bleibt. Luca und sein Bruder Arian bringen ihr die Kunst des Kämpfens bei, sodass sie ihnen bald ebenbürtig ist. Allerdings fühlt Frost, dass es bald Zeit ist, sich wieder auf die Flucht zu begeben. Doch nicht vor den Bergwächtern, sondern vor ihrem inneren Dämon….

Mein Eindruck:

Zoe Marriott hat mit Frostblüte einen Roman geschrieben, der berührt und gleichzeitig eine gewisse Spannung beinhaltet. Mit einem gewissen Quentchen an Liebe und Herzschmerz, Mut und Verzweiflung brachte die Autorin eine Geschichte um eine Jugendliche, die einen Wolf in sich trägt den sie nur schwer im Zaum halten kann, zu Papier. Sie bediente sich hierfür einer relativ einfachen, leicht verständlichen Ausdrucksweise, was den Leser schnell ins Geschehen eintauchen lässt, sodass man das Gefühl hat mitten im Geschehen zu sein. Jedem der Kapitel setzte sie ein gezieltes Ende, das den Leser auf die weiteren Geschehnisse neugierig macht. Klar werden viele feststellen, dass die Handlung relativ einfach gestrickt und in weiten Strecken vorhersehbar ist. Aber trotzdem ist dieses Buch eine schöne und entspannende Lektüre im hektischen Alltag.

Mein Fazit:

Ein rundum gelungenes Jugenbuch, das auch Erwachsene in seinen Bann zu ziehen vermag.

Samstag, 23. November 2013

Leserpreis 2013



Autoren und Bücher brauchen unsere Stimmen für den Leserpreis 2013
Abgestimmt werden kann auf lovelybooks für die folgenden Genres:

-      Romane
-      Krimi und Thriller
-      Fantasy
-      Science fiction
-      Jugendbücher
-      Kinderbücher
-      Liebesromane
-      Erotik
-      Humor
-      Bestes Hörbuch
-      Bester Buchtitel
-      Bestes Buchcover

Zur Abstimmung einfach hier auf die einzelnen Genres klicken, oder direkt auf lovelybooks gehen.
Viel Spaß bei der Auswahl und den Autoren viel Glück

Montag, 18. November 2013

Der wunderbare Massenselbstmord - Arto Paasilinna

288 Seiten
Bastei Lübbe (BLT)
Erschienen am 19. Oktober 2004
ISBN 978-3404921683

Klappentext:

Am allerwichtigsten in diesem Leben ist der Tod, und auch der ist nicht wirklich wichtig. Volksweisheit

„Denkst du an Selbstmord? Du bist nicht allein!“
So lautet ein ungewöhnlicher Anzeigentext, der auf überraschen heftiges Interesse stößt. Niemals hätte der gescheiterte Unternehmer Onni Rellonen mit der Existenz so vieler Gleichgesinnter gerechnet, als er beschließt, seinem Leben ein Ende zu setzen.
Aus einem zunächst vagen Vorhaben entwickelt sich ein konkreter Plan: Ein Bus wird gechartert, um an einsamer Stelle gemeinschaftlich das Leben zu beenden. Am verabredeten Tag besteigen die unternehmungslustigen Selbstmordkandidaten schließlich guten Mutes das gemietete Gefährt – und starten ihre einzigartige Reise ohne Wiederkehr….

Mein Umriss:

Unternehmer Onni Rellonen will sich das Leben nehmen. Als er eine Scheune betritt, um sich dort zu erschießen trifft er auf Oberst Kempainen, der gerade im Begriff war, sich aufzuhängen. Sie beginnen eine Unterhaltung und somit ist beider Selbstmord erstmal ad acta gelegt.
Sie wissen aus diversen Berichten, dass die Selbstmordrate in Finnland sehr hoch ist und entwickeln daher eine nie dagewesene Geschäftsidee. Sie schalten eine Anzeige in der Zeitung, in der sie weitere Gleichgesinnte für einen gemeinschaftlichen Selbstmord suchen. Schon bald melden sich die künftigen Selbstmörder und erscheinen zu einem Seminar, das Rellonen und Kempainen initiiert haben. Pläne werden über das Wie und Wo geschmiedet, es kommt auch zu Meinungsverschiedenheiten, aber am Ende des Tages steht fest, dass alle gemeinsam diesen Weg gehen wollen.
Es beginnt eine Irrfahrt durch Finnland, auf der sie ihre Pläne immer wieder über den Haufen werfen, Gleichgesinnte treffen, ihnen der eine oder andere ins Jenseits voraus geht und ihnen diverse Hürden im Weg stehen….

Mein Eindruck:

Arto Paasilinna knüpft in gewohnter Manier an seine anderen Werke an. Zumindest versucht er es und schießt meiner Meinung nach weit übers Ziel hinaus. Holprig, langatmig und nicht zuletzt langweilig erzählt er die Geschichte eines Massenselbstmordes, dem viele Diskussionen, Irrungen und Wirrungen voraus gehen. Der Einstieg in dieses Buch war sehr erfolgversprechend, spätestens auf Seite 50 verrannte sich der Autor jedoch so in Unwichtigkeiten, dass das Überblättern nicht lange auf sich warten ließ. Die Langeweile steigerte sich wie ein Luftballon, der unendlich aufgepustet werden kann, bevor er platzt. Nur dieses Platzen konnte und wollte ich nicht abwarten und so brach ich dieses Buch nach zwei Dritteln enttäuscht ab.
Klar haben die Finnen einen anderen Humor als die Deutschen, aber die beiden Bücher, die ich bereits von ihm gelesen habe, gefielen mir entschieden besser.

Fazit:

Seltsamer Humor um eine Gruppe Selbstmörder den man sich nicht geben muss

Donnerstag, 14. November 2013

Das Jahr des Hasen - Arto Paasilinna

240 Seiten
Bastei Lübbe (BLT)
Erschienen am 26. Oktober 1999
ISBN 978-3404920303

Klappentext:

Seine Arbeit ödet ihn an, seine Ehe ist schon seit Jahren eine Qual - der Journalist Vatanen schleppt sich von einem Tag zum nächsten. Bis ihm auf der Heimfahrt von einem seiner üblichen langweiligen Pressetermine ein junger Hase vors Auto hoppelt - und Vatanens ehemals so hübsch geordnetes Leben zum Abenteuer wird. Ein wunderbar erzählter Roman in bester Paasilinna-Manier, todernst und urkomisch zugleich.

Mein Umriss:

Journalist Vatanen ist mit einem Kollegen auf der Rückreise von einem Pressetermin, als ihnen ein Hase vors Auto läuft. Vatanen steigt aus und sucht den Hasen. Als er ihn gefunden hat, schient er ihm den gebrochenen Hinterlauf und entschließt sich, aus seinem bisherigem Leben auszusteigen. Er kehrt nicht zum Auto und seinem Kollegen zurück, sondern macht sich auf den Weg in ein neues Leben. Mit einem treuen Gefährten, dem Hasen, der sich ihm vertrauensvoll anschließt.
Mit Hilfe eines Freundes kommt er an sein Erspartes, sodass er eine finanzielle Starthilfe hat. Weder seine Frau, noch sein Arbeitgeber oder sonst wer wissen, wo er ist und was er vor hat. Als ihn aufgrund der Überweisung zu einer anderen Bank seine Frau ausfindig macht, flüchtet er. Eine Flucht in ein Leben, das ihm sonst unerschlossen geblieben wäre und das ihm zeigt, worauf es wirklich ankommt….

Mein Eindruck:

Arto Paasilinna beschreibt die Wanderschaft eines Journalisten von der Zivilisation in die Wildnis Finnlands mit seinem aussergewöhnlichen Begleiter mit viel hintergründigem Humor und der von ihm gewohnten Kritik an der Gesellschaft. Vieles stellt er etwas überspitzt dar, wobei man bei längerem Überlegen dann doch nickt und denkt, dass es wirklich so sein könnte. Die Wege Vatanens beschreibt der Autor so authentisch, dass man denkt, man selber wäre mit dem Hasen auf der Suche nach einem neuen, erfüllterem und vor allem sinnvolleren Leben. Eine für Pasasilinna typisch humorige Schreibweise zeichnet auch diesen Roman von ihm aus.

Mein Fazit:

Eine wundervolle Wanderung durch Finnland, die unbedingt lesenswert ist.

Mittwoch, 6. November 2013

Im Jenseits ist die Hölle los - Arto Paasilinna

221 Seiten
BLT
Erschienen im September 2006
ISBN 978-3404922246

Klappentext:

"Mein Tod kam für mich völlig überraschend." So kann es gehen, wenn "Mann" beim Überqueren einer Straße allzu intensiv einer jungen Frau hinterherschaut und von einem Auto erfasst wird. Doch überraschender ist für den soeben verstorbenen Journalisten, dass er fortan als Geist über den Dingen schweben und andere Tote treffen kann. Doch Vorsicht: Kein Geist lebt ewig und Dummheiten bleiben nie ohne Folgen ...

Mein Umriss:

Ein dreissigjähriger finnischer Journalist wird auf dem Heimweg von einem Auto überfahren und stirbt noch an der Unfallstelle. Dass er den Unfall durch seine Unachtsamkeit selbst verschuldete, bleibt nebensächlich.
Er spürt den Aufprall, hört noch was in seinem Kopf knacken und plötzlich steht er neben sich selber und sieht seinen Körper leblos am Straßenrand liegen. Da wird ihm bewusst, dass er tot ist.
Schnell erfährt er, dass zwar sein Körper tot ist, er selber jedoch nicht.
Er begibt sich mit dem Krankenwagen und seinem Körper ins Krankenhaus und von dort soll seine Frau verständigt werden. Jetzt bemerkt er, dass er sich mit Hilfe seiner Gedanken fortbewegen kann. Also begibt er sich nach hause. Dort angekommen beobachtet er erstmal seine Frau bei den Vorbereitungen des Abendessens und auch als sie den Anruf aus dem Krankenhaus bekommt, in dem ihr mitgeteilt wird, dass er einem Unfall zum Opfer fiel.
Schockiert stellt er fest, dass seine Frau ihre Liebe ihm gegenüber nur vorgetäuscht hat und zieht sich zurück.
Zur Trauerfeier jedoch erscheint er auf dem Friedhof und während der Trauerfeier bereut er, niemals seine Schwägerin verführt zu haben….
Auf dem Friedhof lernt er den ehemaligen, verstorbenen Probst kennen, der ihn ins Jenseits einführt und dadurch erschließt sich ihm vieles, das er als Lebender wohl nicht erlebt hätte. Seine Reise führt ihn in den Vatikan, wo er auf der Kuppel des Petersdoms den verstorbenen Pabst Pius IX. kennenlernt, danach reist er zum Mond, wo er auf ein altes russisches Mütterchen trifft, das sich nicht traut, die Rückreise zur Erde allein anzutreten. Er begleitet sie über einen Umweg über Südamerika zurück in ihre russische Heimat.
Wieder zurück in Finnland entdeckt er eine todkranke Frau, in die er sich schwer verliebt. Als Toter kann er sich jedoch nicht zu erkennen geben, also wünscht er sich, dass sie ihre Krankheit nicht überleben wird…..

Mein Eindruck:

Arto Paasilinna spielt mit diesem humorvoll verfassten Roman mit der Fantasie der Leser und vor allem mit deren Fantasien, den eigenen Tod betreffend. Mit einem Zwinkern lässt er den Pabst gestehen, dass dieser viel Falsches predigte und in seinem Herzen der katholischen Kirche schon zu Lebzeiten abgeschworen hatte, sich dazu jedoch nicht bekennen konnte, ohne schwerwiegende Konsequenzen befürchten zu müssen. Der Autor will hier wohl auf eine etwas flapsige Art dem Leser sagen, dass er sein Leben überdenken sollte, denn es kommt doch alles anders als man denkt. Klar hat Paasilinna da genau so wenig Erfahrungen mit dem Tod und was danach kommt gesammelt, wie jeder andere Mensch auf der Erde, aber er zeigt, dass es eben auch schön sein kann. Kein plötzliches Ende, eher ein Aufbruch in andere Gefilde. Er schreibt in einem Humor, den man als ernsthaft bezeichnen könnte. Wer den Einstieg in dieses Buch schafft, dem wird das Schmunzeln bis zur letzten Seite im Gesicht bleiben. Wenn es denn so käme, wäre es gut.

Mein Fazit:

Unbedingt lesenswert für alle, die ihre Fantasie füttern und gleichzeitig herzlich lachen wollen.

Montag, 4. November 2013

Katzenjammer - Frauke Scheunemann

320 Seiten
Page Turner
Erschienen 2011
ISBN 9783442203697

Klappentext:

Wo die Liebe hinbellt

Geschafft! Endlich hat Dackel Herkules für Frauchen Carolin den richtigen Mann gefunden: Marc, Tierarzt und echter Hundeversteher. Als sie zu Marc ziehen, ist Herkules selig. Nur der Kater Herr Beck, Dackels bester Freund, bleibt skeptisch. Recht hat er: Denn da gibt es leider noch Sabine, Marcs Exfrau, die plötzlich wieder Interesse an ihrem Verflossenen zeigt. Und die schöne Cherie, eine elegante Golden-Retriever-Dame, die von Herkules glühend verehrt wird, aber ihrerseits den kleinen Dackel komplett ignoriert. Schon bald hat Herkules alle Pfoten voll zu tun, seine Menschen vor neuen Katastrophen zu bewahren und Cheries Herz vielleicht doch noch zu erobern …

Mein Umriss:

Kater Herkules, geborener Carl-Leopold von Eschersbach hat endlich einen Mann für Carolin gefunden. Fleissig werden Kisten gepackt und Herkules erzählt seinem Freund, dem Kater Herrn Beck, wie toll er das findet. Herr Beck jedoch steht der Sache mehr als skeptisch gegenüber. Seine Meinung ist, dass es für Menschen keine happy Ends gibt.
Zu Anfang noch glücklich in der gemeinsamen Wohnung des Tierarztes Marc, ziehen bald dunkle Wolken in Person seiner Exfrau Sabine und seiner Mutter auf. Sabine ist sauer, weil er ihr nicht erzählte, dass er mit Caro zusammen zieht und seine Mutter, plötzlich Assistentin in seiner Tierarztpraxis steht Caro auch nicht gerade in Freundschaft gegenüber.
Herkules will rettend einspringen und dabei soll ihm der schlaue Herr Beck helfen. Als der Dackel sich in eine Retrieverdame verliebt, ist es auch um ihn geschehen. Er kann seinem Frauchen nun noch besser nachfühlen und setzt alle Hebel in Bewegung, damit die neu entstandene Familie zusammen bleibt.

Mein Eindruck:

Einfühlsam und mit viel Humor erzählt Frauke Scheunemann menschliche Irrungen und Wirrungen in der Partnerschaft aus der Sicht des besten Freundes des Menschen. Hier kommt das Tier zu Wort. Der etwas naive Herkules wird von Herrn Beck immer wieder belehrt und ist somit auf seine Intelligenz angewiesen. Er weiß ja so viel über die Menschen und deren Gefühle.
Klar kommt einem teilweise der Gedanke, dass hier die Tiere sehr vermenschlicht dargestellt werden. Dies jedoch scheint auch die Absicht der Autorin zu sein. In sich schlüssig verknüpft sie die Aktionen des Dackels und des Katers mit den alltäglichen Erlebnissen der Menschen, welche sehr realistisch dargestellt sind. Man liebt und leidet mit den Menschen ebenso, wie mit Dackel Herkules.

Mein Fazit:

Ein mit viel Humor verfasstes Buch nicht nur für Hunde- und Katzenliebhaber

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Tina Turner - Die Biografie - Mark Bego

335 Seiten
Biografie
Hannibal
Erschienen am 30. September 2009
ISBN 978-3854453109

Klappentext:

Das atemberaubende Leben einer Powerfrau

Sie ist ein echtes Phänomen: In mehr als 50 Jahren hat Tina Turner als Sängerin und Schauspielerin alle Höhen und Tiefen des Showgeschäfts kennengelernt. Nach den frühen Erfolgen mit dem Duo Ike & Tina Turner folgten schlimme Prügelattacken ihres ersten Ehemanns und 1978 die Scheidung.
Danach fing sie buchstäblich bei null wieder an, kämpfte sich aber im Verlauf von fast 10 Jahren an die Weltspitze zurück und verkaufte mehr als 180 Millionen Tonträger. Damit ist sie eine der erfolgreichsten Sängerinnen aller Zeiten. Zahlreiche Hits wie „What´s love got to do with it“ oder „The Best”, vor allem aber ihre mitreissenden Konzerte haben sie zu einer Ikone der Popgeschichte gemacht.

Mein Umriss:

Tina Turner wurde 1939 als Tochter von Zelma und Floyd Richard Bullock in Nutbush Tennessee geboren. Von der Mutter eher abgelehnt wuchs sie bei ihrer Großmutter auf und hatte eine unbeschwerte Kindheit.
Früh lernte sie ihren späteren Ehemann Ike Turner kennen. Da Ike Turner absolut nicht ihr Typ war, verliebte sie sich auch nicht in ihn. Sie konnte auch seine Art mit seinen Mitmenschen insbesondere mit den Frauen nicht akzeptieren. Er holte Tina in seine Band, weil er sich durch ihre aussergewöhnliche Art wie sie singt, mehr und größeren Erfolg erhoffte, als er bisher zu verzeichnen hatte. Schnell stiegen seine Songs in den Charts auf Plätze, von denen er vorher nur träumen konnte.
Als Tina in Ikes Haus zog wusste sie bereits, dass er seinen Frauen gegenüber sehr gewalttätig war und sie sich dieser Gefahr ebenfalls aussetzte. Da sie nicht in ihn verliebt war und den Einzug eher als Zuzug in eine WG sah, nahm sie wohl an, dass ihr seine Gewaltausbrüche die stets recht unmotiviert kamen, erspart blieben.
Leider wurde sie eines anderen belehrt und sie stand abends mit zugeschwollenen Augen und aufgeplatzten Lippen und öfters auch mit Knochenbrüchen auf der Bühne. Er wollte immer mehr und mehr und nahm keine Rücksicht auf sein Umfeld und am wenigsten auf Tina, nachdem sich irgendwann doch eine Beziehung entwickelte. Da sie als Künstlernamen seinen Familiennamen tragen sollte, war es nur ein kleiner Schritt bis zur Eheschließung und ihren Weg in die Hölle.
Ike wurde durch seinen Kokainkonsum immer aggressiver und rücksichtsloser. Als Tina wirklich schwer erkrankte und im Krankenhaus lag, holte er sie kurzerhand dort raus und zwang sie zu Konzertauftritten.
Schon sehr früh prophezeite ihr eine Wahrsagerin, dass sie sich von ihrem Mann trennen werde und dann erst zu richtigem Ruhm aufsteigen würde. Das wurde ihr bewusst, als sie sich dem Buddhismus zuwandte. Von da war es bis zu ihrer Scheidung nur noch ein relativ kurzer Weg….

Mein Eindruck:

Mark Bego der Bestsellerautor bekam durch viele Interviews und großen Einblick in Tina Turners leben die Möglichkeit ihre Biografie weitestgehend lückenlos zu Papier zu bringen. Er erzählt über Tinas Anfänge in Nutbush, sowie ihre Zeit als Lebensgefährtin und Ehefrau des gewalttätigen, Drogenabhängigen Ike Turner und wie sie ihm half, den ersehnten Erfolg im Musikbusiness zu haben. Mit Bego sprach Tina Turner auch über Ikes Gewaltausbrüche, die Geburten ihrer vier Söhne und wie sie zum Buddhismus kam, unter dessen Einfluss sie die Kraft bekam, sich von Ike zu trennen und ihre Karriere selbst in die Hand zu nehmen.
Leider verläuft sich Bego in dieser Biografie zu sehr auf Chartlisten und irgendwelchen Zahlen der vielen Titel, die Turner in Konzerten und auf Tonträgern vortrug, als im eigentlichen Sinn einer Biografie.
Weniger Statistik wäre mehr gewesen. Dazu hätte die Aufstellung am Ende des Buches voll und ganz gereicht. Sicher wäre die Biografie dann kürzer, aber nicht weniger interessant ausgefallen. So habe ich immer wieder Seiten überblättert, denn irgendwann interessierte es mich schlicht nicht mehr, zum wievielten mal „What´s love got to do with it“ auf welchem Platz in den Charts stand.
Trotz dieses Mankos hat Bego auf jeden Fall vollsten Respekt für die Recherche zu dieser Biografie verdient.

Mein Fazit:

Eine Mischung aus Biografie und Sachbuch, die sicher nicht jedem liegen wird

Freitag, 25. Oktober 2013

Ich werde leben - Jerri Nielsen

422 Seiten
Ullstein Verlag
Erschienen im Oktober 2002
ISBN 978-3548363677

Klappentext:

Fünftausend Kilometer weit weg von aller Rettung

Voller Abenteuerlust schließt sich die Ärztin Jerri Nielsen einem Team von Wissenschaftlern an und reist zu einer Forschungsstation am Südpol – dem einsamsten und kältesten Punkt der Erde. Doch dann entdeckt sie einen Knoten in ihrer Brust. Die Selbstdiagnose lautet: Krebs. Alle Hoffnung auf Rettung scheint verloren: Bei minus 80 Grad Celsius kann in den nächsten Monaten kein Flugzeug landen. Sie ist im ewigen Eis gefangen. Aber sie nimmt die schreckliche Herausforderung an… und besiegt letztlich die Krankheit.

Mein Umriss:

Jerri Nielsen ist Ärztin, geschieden und Mutter von 3 Kindern. Nachdem ihr ihre Kinder von ihrem Mann nach der Scheidung entzogen wurden, verlor Jerri Nielsen jegliche Perspektive in ihrem Leben. Sie zog wieder in ihr Mädchenzimmer im Haus ihrer Eltern und arbeitete in einem Krankenhaus in der Nähe. Immer wieder stellt sie ihr Leben in Frage. Bis sie die Anzeige in einer Medizinerzeitung liest, über die ein Arzt für eine Forschungsstation am Südpol gesucht wird. Daraus geht klar hervor, dass der Aufenthalt dort ungefähr ein Jahr dauern wird.
Sie bewirbt sich und wird zu ihrer Überraschung genommen. Nach einer Reihe Gesundheitstests stürzt sie sich in das Abenteuer Südpol. Mehrere Tage dauert die Anreise, die Begrüßung der Mannschaft am Pol ist herzlich. Allerdings reist ein Teil der Leute ab, da dies ja die Sommermannschaft ist und Jerri zur kommenden Wintermannschaft gehört.
Als alle komplett sind, bereiten sie sich auf monatelange Dunkelheit vor. Jerri richtet sich im Club Med, der Krankenstation ein und muss manche Hürde nehmen, die ihre Arbeit dort erschwert. Viele Gerätschaften sind im wahrsten Sinne des Wortes vorsintflutlich, aber sie macht das Beste draus.
Als sie zufällig einen Knoten in ihrer Brust entdeckt, ist sie erstmal nicht beunruhigt. Er könnte hormonell bedingt sein und vielleicht auch durch den Aufenthalt in ungewohnter Höhe von ca. 3000 Meter über dem Meeresspiegel entstanden sein. Sie möchte ihn erstmal beobachten. Nach ein paar Wochen stellt sich jedoch heraus, dass es Krebs ist. Sie biopsiert sich selbst und steht mit einer Ärztin in USA per Videoschaltung in Kontakt. Auch die erforderliche Chemotherapie führt sie allein mit Hilfe ihrer Freunde in der Station durch, nachdem die erforderlichen Medikamente von einem Flugzeug abgeworfen wurden. Eine Landung wäre bei Temperaturen bis unter minus 60 Grad Celsius nicht möglich gewesen….

Mein Eindruck:

Erwartet habe ich ein Buch einzig über den Kampf einer Ärztin am Südpol gegen den Krebs. Bekommen habe ich ein Buch, das Einblick in die Forschungsstation der USA am Südpol gibt und viele Informationen über diesen Kontinent auf 2000 Meter dickem Eis beinhaltet. Jerri Nielsen erzählt über ihre herzliche Aufnahme in die Gemeinschaft der Polies, die aus Wissenschaftlern, Technikern, Monteueren, Ingenieuren und Mechanikern besteht und die allesamt am selben Strang ziehen. Sie zeigt, dass am Südpol alle gleich sind. Sie bekamen vor der Anreise alle die gleiche Kleidung, keiner hat mehr Platz in seiner Unterkunft als ein anderer und nur durch den Zusammenhalt können die 41 Personen den Polarwinter in absoluter Dunkelheit unbeschadet überstehen. Dort zählt noch die Aussage „Einer für alle, alle für einen“ Jerri Nielsen lernte dort, was wirkliche Freundschaft ist, die ein Leben lang hält. Sie erklärt viele Vorgänge in der Witterung, die Beschaffenheit des Eises und auch wie die Menschen, die dort eine gewisse Zeit verbringen, diesen saubersten Kontinent der Erde weiterhin sauber halten. Sie berichtet aber auch über den Sauerstoffmangel in dieser Höhe und dessen Auswirkungen auf Körper und Geist. Wie er zu Alpträumen, Unkonzentriertheit, Übelkeit und Schwindel führt und wie die Menschen in der Forschungsstation damit fertig werden. Auch über die früheren Südpolexpeditionen und deren noch heute auffindbaren Spuren erzählt Nielsen. Sie schreibt in einem lockeren Plauderton, der einen in die Welt des ewigen Eises eintauchen lässt und sie macht ihre eigene Geschichte über den Kampf gegen den Krebs fast nebensächlich erscheinen.

Mein Fazit:

Ein Abenteuer das fast tödlich endet. Sehr empfehlenswert

Freitag, 18. Oktober 2013

2 Männer 2 Frauen 4 Probleme - Edith Beleites

186 Seiten
Rowohlt
Erschienen im März 1998
ISBN 978-3499222153

Klappentext:

Kein Job, kein Geld und ein Mann der fremdgeht: Evas Unglück scheint perfekt. Kurz entschlossen schnappt sie ihre zwei kleinen Kinder und entführt Nick Leonard, den skrupellosen Anwalt und Mann ihrer Nebenbuhlerin, nach Venedig. Dort nämlich verbringt Evas Gatte ein romantisches Wochenende mit seiner Geliebten. Nick, allergisch gegen Kinder und mit Handschellen ans Auto gekettet, setzt sich mit allen Mitteln gegen seine Entführerin zur Wehr. Doch die Tour der Leiden ist für ihn noch lange nicht zu Ende….

Mein Umriss:

Eva arbeitet als Kellnerin um ihrem Mann Luis den Rücken für seine Karriere als Maler frei zu halten. Als sie unfreundlich zu einem Gast ist, wird sie kurzerhand von ihrem Chef gefeuert. Gerade da erzählt ihr Luis, dass er ein paar Tage nach London will und sich dort seinen Durchbruch erhofft.
Am Morgen seiner Abreise ist er schon aus dem Haus, als Eva mit den Kindern Florian und Rosa frühstücken will und Florian das Familienfoto auf dem Boden findet, das Luis eigentlich mit nach London nehmen wollte. Da noch Zeit ist, beschließt Eva mit den Kindern den Papa am Flughafen überraschend zu verabschieden und ihm dort das Foto zu übergeben.
Auf der Suche nach dem richtigen Abflugterminal stellt Eva jedoch fest, dass gar kein Flieger nach London geht und kommt ins Grübeln. Da entdeckt sie wie Luis mit einer Frau Arm in Arm eincheckt.
Als er sich dann noch abends zu hause meldet, ist ihr klar, wohin die Reise mit dieser Frau ging und da sie anhand eines Berichtes in der Zeitung weiß wer diese Frau ist, sucht sie kurzerhand deren Mann auf und entführt ihn….

Mein Eindruck:

Edith Beleites schrieb diesen Roman, der mit Heino Ferch, Aglaia Szyszkowitz und Gedeon Burkhard in den Kinos lief. Sie nahm dafür ein Thema auf, das eigentlich schon fast alltäglich ist. Allerdings lässt sie in ihrem Buch die Protagonisten alle möglichen und unmöglichen Dinge erleben, sodass es schon wieder unvorstellbar zu sein scheint. Sie schreibt rasant, bringt die Geschehnisse auf den Punkt und bleibt von der ersten bis zur letzten Seite intensiv am Ball. Beleites baut an den richtigen Stellen mit Humor gekrönte Spitzen ein, sodass zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen kann. Geschichten um Liebe und deren Verwirrungen sind eigentlich nicht mein Thema, aber dieses Buch habe ich mit Begeisterung gelesen.

Mein Fazit:

Auf dem Cover steht „Sie werden lachen, aber die Sache ist ernst“ und genau so seh ich das auch. Ein wunderbares Buch zum Abschalten und herzhaft Lachen.

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Bob der Streuner - James Bowen

256 Seiten
Biografie
Bastei Lübbe
Erschienen am 17. Mai 2013
ISBN 978-3404606931

Klappentext:

Als James Bowen den verwahrlosten Kater vor seiner Wohnungstür fand, hätte man kaum sagen können, wem von beiden es schlechter ging. James schlug sich als Straßenmusiker durch, er hatte eine harte Zeit ohne feste Bleibe hinter sich. Aber dem abgemagerten, jämmerlich maunzenden Kater konnte er einfach nicht widerstehen: Er nahm ihn auf, pflegte ihn gesund und ließ ihn wieder laufen. Doch Bob war anders als andere Katzen. Er liebte seinen neuen Freund mehr als die Freiheit und blieb. Heute sind sie eine stadtbekannte Attraktion, ihre Freundschaft geht Tausenden zu Herzen….

Mein Umriss:

James Bowen schlägt sich in London als Strassenmusiker durch. Als er eines abends nach hause kommt, findet er im Treppenhaus einen roten Kater. Er versucht seinen Besitzer ausfindig zu machen, was ihm jedoch nicht gelingt. Also zieht das abgemagerte, kranke und verletzte Fellbündel erstmal bei James ein. Dort wird er mit viel Fürsorge gesund gepflegt. James Bowes sieht sich jedoch noch nicht als Besitzer des Tieres, denn es muss seiner Meinung nach Menschen geben, die den Kater vermissen. Diese Menschen findet er aber nicht, also beschließt er den Kater erstmal bei sich zu lassen und abzuwarten. Er nennt ihn Bob und ist überzeugt davon, dass er bisher bei Menschen gelebt hat, denn vieles im Haus ist Bob vertraut. Nur das Katzenkistchen kann er nicht leiden. Also muss James immer wieder mit ihm raus, damit er seine Geschäfte verrichten kann. Danach verlangt der Kater immer wieder in die Wohnung zu gehen. Er folgt James auf Schritt und Tritt, also nimmt er ihn mit zu seinem Stammplatz, wo er jeden Tag mit seiner Gitarre steht und Musik macht. In den ersten zwei Stunden, in denen es sich Bob im Gitarrenkoffer bequem gemacht hat, nimmt James so viel ein, wie sonst an einem ganzen Tag. Er merkt, dass das die Anwesenheit des Katers macht, der die Herzen der Vorbeieilenden im Sturm erobert.
Nachdem Bob dann kastriert ist, sieht sich James als vollwertiger Katzenbesitzer und geht in dieser Rolle voll und ganz auf. Dies wirkt sich auch auf sein Leben aus, in dem er es nicht immer leicht hatte. Sein letzter Drogenentzug wird von Bob begleitet und er schafft ihn. Jetzt beginnt ein neues Leben….

Mein Eindruck:

James Bowen erzählt in einfachen Worten sein Leben ab dem Zeitpunkt, als er Bob im Treppenhaus fand und von ihm adoptiert wurde. Durch kurze Rückblicke erfährt man, dass Bowen heroinabhängig war und nun die Ersatzdroge Methadon bekommt. Die Drogensucht steht jedoch nicht an erster Stelle dieses Buches, sondern sein Leben, das er selber als verpfuscht darstellt. Er hat keinen Schulabschluß und keine Ausbildung. Daher ist er nach seinen Worten auf die Einnahmen durch seine Musik angewiesen. Sehr liebevoll beschreibt er sein Zusammenwachsen mit dem roten Kater, der am Anfang so gar nicht in sein Leben passt. Er erklärt, wie er es trotz seines geringen Verdienstes schafft, das Tier behandeln zu lassen und welche Menschen ihm halfen und ihm noch heute zur Seite stehen. Bowen erzählt wie er versucht, für den Kater sein Leben umzukrempeln und wie schwer dies in der heutigen Zeit mit seiner speziellen Vergangenheit ist.
In den Vordergrund stellt er aber immer seine Liebe zu Bob und das bedingungslose Vertrauen, das ihm Bob entgegen bringt.
Bowen schrieb über eine kurze Zeitspanne in seinem Leben, in dem Bob eine große Rolle spielt, nicht die Biografie einer Katze, die man vielleicht aufgrund des Titels erwarten wird.

Mein Fazit:

Die Geschichte eines ungleichen Paares auf dem Weg in eine vielleicht bessere Zukunft, das einen zum Schmunzeln aber auch zum Nachdenken bringt.